Fake-Paketbenachrichtigungen erkennen: Was du bei DHL und GLS wissen solltest

Wir versenden bei Metallmichl ausschließlich mit DHL und GLS. Deshalb konzentriere ich mich in diesem Beitrag bewusst auf diese beiden Anbieter, denn genau ihre Namen werden aktuell besonders häufig für Betrugsversuche missbraucht. Wenn du ein Paket von uns erwartest, lohnt sich also ein genauer Blick, bevor du auf eine "Paketbenachrichtigung" reagierst.

Was Spam überhaupt ist und wie er sich verbreitet

Spam ist im Kern jede unerwünschte Massennachricht, die ohne deine Zustimmung bei dir landet, ob per Mail, SMS oder Messenger. Die schiere Menge macht das Geschäft für Kriminelle attraktiv: Ein Bruchteil der Empfänger reagiert, und das reicht bereits aus, damit sich der Aufwand lohnt.

Technisch läuft der Massenversand meist über sogenannte Botnetze. Das sind Netzwerke aus tausenden, teils Millionen infizierten Computern, die zentral von einem Angreifer gesteuert werden, ohne dass die Besitzer davon etwas mitbekommen. Über diese Netzwerke lassen sich enorme Mengen an Nachrichten gleichzeitig verschicken, was es Spamfiltern schwer macht, alles abzufangen. Phishing, also das gezielte Abgreifen von Zugangsdaten oder Zahlungsinformationen, ist eine der häufigsten Nutzungsformen solcher Netzwerke.

Wichtig zu verstehen: Diese Wellen kommen und gehen. Betrüger testen Betreffzeilen, Absendernamen und Beträge, und sobald eine Masche gut funktioniert, wird sie in großer Zahl ausgerollt, oft passend zu Anlässen wie der Vorweihnachtszeit, in der ohnehin viele Pakete unterwegs sind.

Woran du Betrugsmails grundsätzlich erkennst

Ein paar Merkmale ziehen sich durch fast jede Phishing-Mail, unabhängig vom vorgetäuschten Absender:

  • Absenderadresse: Der angezeigte Name kann frei gewählt werden und sagt nichts aus. Entscheidend ist die tatsächliche Mailadresse dahinter, oft eine völlig fremde Domain oder ein kostenloser Anbieter.
  • Künstlicher Zeitdruck: Fristen von 24 bis 48 Stunden sollen dich davon abhalten, in Ruhe nachzudenken.
  • Unpersönliche Anrede: Allgemeine Floskeln statt deines echten Namens.
  • Kleine Beträge: Gerade niedrige Summen wie 2 oder 3 Euro senken die Hemmschwelle, weil sie plausibel wirken.
  • Links und Anhänge: Buttons führen auf Seiten, die nur optisch an den echten Anbieter erinnern. Anhänge können Schadsoftware enthalten.

Moderne Phishing-Mails sind dabei oft sprachlich sauber und optisch gut gemacht. Rechtschreibfehler als Erkennungsmerkmal reichen längst nicht mehr aus.

So kannst du ganz einfach Links prüfen:

Fahre mit der Maus über einen Link, ohne zu klicken, dann zeigt dir der Browser oder das Mailprogramm meist unten links das tatsächliche Linkziel an. Weicht diese Adresse vom angeblichen Absender ab, etwa eine fremde Domain statt dhl.de oder gls-group.com, ist das ein klares Warnzeichen. Auf dem Smartphone funktioniert das etwas anders: hier hältst du den Finger kurz auf den Link gedrückt (ohne loszulassen), dann erscheint die Zieladresse in einer kleinen Vorschau.

Warum ausgerechnet Paketbenachrichtigungen so gut funktionieren

Wenn du tatsächlich eine Bestellung erwartest, ist deine Wachsamkeit naturgemäß niedriger. Eine Nachricht, die genau in diesem Moment auftaucht und ein kleines Problem mit der Zustellung meldet, wirkt plausibel, gerade weil du sowieso mit einer Mail von einem Paketdienst rechnest. Betrüger nutzen diese Erwartungshaltung gezielt aus.

Aktuelle Betrugsmaschen bei DHL

Bei DHL kursieren derzeit vor allem zwei Varianten:

Zollgebühr für eine internationale Sendung. Eine typische Mail behauptet, deine Sendung befinde sich im Logistikzentrum und könne erst nach Zahlung einer geringen Zollgebühr, oft zwischen 2 und 5 Euro, zugestellt werden. Ein Button führt zu einer Zahlungsseite, auf der Kreditkartendaten abgefragt werden. Auffällig ist dabei oft, dass keine konkreten Angaben zur eigentlichen Sendung gemacht werden und nur mit Kreditkarte gezahlt werden kann.

Fehlgeschlagene Zustellung. Hier wirst du aufgefordert, deine Adresse zu bestätigen, andernfalls werde das Paket zurückgeschickt. Auch das läuft über einen Link zu einer gefälschten Seite.

DHL selbst weist darauf hin, dass Zollgebühren nie einfach per Mail-Link eingefordert werden. Solche Zahlungen laufen entweder direkt an der Haustür, in der Filiale oder über das offizielle Kundenkonto.

Aktuelle Betrugsmaschen bei GLS

Auch bei GLS zeigt sich ein sehr ähnliches Muster, aktuell besonders häufig in dieser Form:

Zustelltermin bestätigen. Die Mail behauptet, ein Zustellversuch sei fehlgeschlagen, und fordert dich auf, einen neuen Termin zu wählen. Auf der verlinkten Seite wird zunächst ein kleiner Betrag verlangt, häufig um die 2 Euro, danach folgen Formulare, die nach Zustellort und schließlich nach Kreditkartendaten fragen. Das GLS-Design wird dabei sehr genau nachgebaut, Logo und Farben inklusive.

Ein wichtiger Hinweis von GLS selbst: Das Unternehmen fragt niemals per Mail nach Kartennummer oder Prüfziffer, und Nachnahmebeträge werden ausschließlich bar beim Zustellfahrer bezahlt, nie online über einen Link.

So liest sich eine typische Fake-Mail (nachgebaut, kein Originaltext):

Betreff: Zustellung Ihres Pakets ausstehend

Für Ihre Sendung konnte die Zustellung nicht abgeschlossen werden. Bitte wählen Sie einen neuen Zustelltermin, um die Lieferung fortzusetzen.

Status: Zustellung ausstehend Aktion erforderlich: Termin auswählen

[Neuen Termin wählen]

Klickt man den Button, folgt zunächst eine kleine Gebühr von wenigen Euro, dann ein Formular, das nach Zustellort und schließlich nach Kartendaten fragt. Genau an dieser Kette aus kleinem Betrag und anschließender Datenabfrage lässt sich die Masche erkennen.

Kurzcheck in drei Schritten

Bevor du auf eine Paketbenachrichtigung reagierst:

  1. Absenderadresse genau ansehen, nicht nur den angezeigten Namen.
  2. Nicht auf den Link in der Mail klicken. Stattdessen die Sendung direkt über die offizielle DHL- oder GLS-Website beziehungsweise App verfolgen.
  3. Bei jeder Zahlungsaufforderung stutzig werden. Weder DHL noch GLS fordern spontan per Mail-Link zu Zahlungen auf.

So liest sich eine typische Fake-Mail (nachgebaut, kein Originaltext):

Betreff: Ihre Sendung wartet auf Zollfreigabe

Sehr geehrter Kunde,

Ihre internationale Sendung liegt derzeit in unserem Logistikzentrum. Für die Weiterleitung ist eine ausstehende Zollgebühr in Höhe von 2,99 € zu begleichen. Bitte bestätigen Sie die Zahlung innerhalb von 48 Stunden, andernfalls wird die Sendung zurückgesendet.

[Jetzt Zollgebühr bezahlen]

Achte hier auf die unpersönliche Anrede, die vage Sendungsbeschreibung ohne echte Tracking-Nummer und den Button, der auf eine externe Zahlungsseite führt.

Was tun, wenn eine Fake-Mail ankommt

Am einfachsten ist es, die Nachricht direkt als Spam zu markieren und zu löschen. Wenn du sie zusätzlich melden möchtest:

  • An DHL: als Anhang an phishing@dhl.com weiterleiten
  • An GLS: als Anhang an security@gls-group.com weiterleiten

Falls du bereits Daten eingegeben hast, kontaktiere umgehend deine Bank und sperre gegebenenfalls deine Karte.

Fazit

Die Masche ist fast immer dieselbe, nur die Verpackung ändert sich: ein bekannter Name, ein kleines Problem, ein kleiner Betrag, wenig Zeit zum Nachdenken. Wenn du dir bei einer Paketbenachrichtigung unsicher bist, gilt: lieber einmal direkt über die offizielle Sendungsverfolgung prüfen, als auf einen Link in der Mail zu klicken.

Die offizielle Seite für die Betrugserkennung bei DHL findest du hier https://www.dhl.com/de-de/home/fusszeile/betrugserkennung.html